Mit den Augen des Herzens sehen

 

Heute möchte ich dir ein Tool aus dem Paarcoaching Intensiv mitgeben. Ein Tool, dass dich vielleicht triggert, verunsichert oder erfreut. Wichtig ist dabei, dass du dich darauf einlässt und dich in deinem Tempo damit anfreundest.  Der ganze Kurs kannst du so oder so in deinem ganz eigenen Tempo durch gehen. Lass nicht zu, dass du dich überforderst fühlst, komm besser immer wieder zurück und integriere eins ums andere. 

 

Ich wähle die männliche Form beim Schreiben, damit es einfacher wird. Danke für dein Verständnis.

 

Mein Partner kommt an erster Stelle

 

Wenn du deinen Partner an erster Stelle stellst und ihn mit den Augen deines Herzen siehst und mit deinem Herzen verstehst, wer er wirklich ist, vertiefst du deine Beziehung. Lass es uns als das 1. Prinzip der Liebe betiteln. Was bedeutet das ganz genau? Wenn uns unser Partner triggert oder er sich in einem Schutzstrategie blockiert fühlt, sich z.B. zurückzieht oder forsch mit uns umgeht, verhält er sich aus einem bestimmten Grund so wie er es tut.  In den letzten Wochen haben wir uns damit auseinandergesetzt.

 

Die Absicht warum er es sich so verhält, entspringt immer aus Unsicherheit, einen Mangel aus Liebe und hat so gesehen nicht eine böswillige Ursprung. Wichtig in solchen Situationen ist, nicht reaktiv zu handeln, nicht nach psychologischen Erklärungen oder Lösungswege zu suchen, sondern in der Wahrnehmung und Kommunikation über die eigenen Gefühle zu bleiben. Das braucht eine Zeit der Umgewöhnung, weil "Probleme lösen" in geworden ist.

 

Vor allem Männer sind gute Problemlöser. Doch in der Liebe braucht es diese Gabe NICHT. Gerade Frauen, die wirklich von Grund auf ganz anders durch die Welt gehen, "alles" wahrnehmen, viel fühlen und sich darüber austauschen möchten, brauchen das Gefühl gesehen und verstanden zu werden. Dabei ist nicht das Verstehen mit dem Kopf gemeint, sondern das Verstehen mit dem Herzen. Was heisst das genau?

 

Wenn du deine Partner anschaust, was nimmst du wahr? Was fühlt er wirklich, was beängstigt oder beschäftigt ihn? Und dann, fühle einfach mit. Gib keine Anweisungen und Lösungsvorschläge. 

 

 

Was bedeutet das noch "Mein Partner kommt an erster Stelle"? Gar nicht so einfach dieses erste Prinzip der Liebe. Den es triggert auch ein Stück weit eine ungesunde Dynamik, die Frauen über viele Jahre gelebt haben. Sie kümmerten oder kümmern sich heute noch, mehr um anderen, Kinder, Familie, Partner und um sich selbst zum Schluss, wenn überhaupt. 

 

Bei diesem Prinzip geht es nicht um die Mutterrolle in der Beziehung, sondern wie du deinem Partner zu fühlen geben möchtest, dass du ihn liebst. Liebe ist Geben. Und wenn beide sich dieses Prinzip zu Herzen nehmen, wird daraus eine ganz innige Beziehung.

  • Wie wäre es, wenn ich in den Schuhen meines Partner gehen würde?
  • Wie fühlt sich mein Partner wirklich?
  • Was erlebt, fühlt er und wofür versucht er sich zu schützen? 

 Wie kannst du die Bedürfnisse deines Partners befriedigen?

 

Und wie will er, dass du das tust?

 

"Aber ich gebe doch die ganze Zeit? Ich mache und helfe und doch ist er unzugänglich/unzufrieden, was mache ich falsch?" Ein Einwand, den ich viel höre. Gibst du deinem Partner wirklich was er will und auf die Art und Weise wie er es will? Oder gibst du ihm was du am liebsten willst und auf das auf deine Art und wie du es am liebsten hättest?

 

Macht das Sinn für dich? Verstehe da ganz genau den Unterschied. Er ist wesentlich.

 

Frage dich mit deinem Herzen:

  • Wie kann ich meinem Partner ein Gefühl von Sicherheit geben
  • Wie will er sich von mir geliebt fühlen
  • Wie schaffe ich Spannung und Abwechslung
  • Fühlt er wie bedeutend er ist? Wie zeige ich ihm das? Wie oft?
  • Wie drücke ich meine Liebe und Zuneigung aus? Welche Art passt am besten zu meinem Partner?
  • Wie will er mit mir wachsen? Wie wollen wir gemeinsam wachsen? Was kann Neues in unsere Beziehung fliessen was uns positiv herausfordert?

"Wie willst du, dass ich dich berühre, mit dir rede, in welchem Tonfall, mit welchem Augenausdruck?" Flirte wieder und erinnere dich wieder an die Stimmung der ersten Zeit. Braucht dein Partner Herausforderung, sexuelle Bestätigung, Gespräche, Ausflüge? Wann hat er/sie das Gefühl: " Er liebt mich wirklich!"

 

Frage dich:

  • Wie möchte ich meine Liebe meinem Partner zeigen?
    • Täglich: Vor oder nach der Sitzung ein kurzes Telefonat von 10 Sekunden "Hey, my Love, ich liebe dich", Morgens oder Abends eine halbe Stunde Zeit ohne Telefon, Fernseher oder Ablenkung. Nur Knuddeln, zuhören, Liebe machen
    • Wöchentlich: Einen Paarabend einplanen oder 3 Stunden, wenn es die Agenda nicht erlaubt
    • Monatlich: Einen ganzen Tag gemeinsam ohne Kinder etwas unternehmen
    • halbjährlich: ein Wochenende, gemeinsam verbringen
    • jährlich: Jubiläum feiern,  1 Woche Ferien nur zu zweit planen

 

 

Wie schade hören wir einander nicht zu. Wie schade fühlen wir einander nicht mehr.

Wie schade stellen wir diese eine wesentliche Frage nicht?

Wie möchtest du von mir geliebt werden?

Wo ist unsere Neugier hin?

Warum drehen wir uns ständig um uns selbst? Wieso erlauben wir uns nicht "intim" zu sein?

Was könnte denn schreckliches geschehen?

Wir könnten darin ertappt werden, dass wir die ganze Zeit gar nicht wirklich uns selbst sind.

Wir könnten unsicher und bedürftig wirken. Wir würden merken, dass wir einander konsumieren, um unsere Leere nicht fühlen zu müssen.

Ist das schlimm?

Intim sein kannst du mit allen Menschen. Es geht dabei nicht um sexuelle Intimität und auch nicht darum, etwas für sich alleine zu tun.

Es geht darum wieder Mensch zu sein.

Es geht darum mit dem Herzen zu horchen und dem Leben zu vertrauen. Der Stimme in dir zu vertrauen.

Kannst du mit dem sein, was ist? Kannst du fühlen und empfinden? Kannst du verbunden bleiben ohne deine Geschichte dazwischen zu schieben?

Was braucht Heilung und Raum?

Einander fühlen und verbunden sein, ist in uns angelegt. Ein Geschenk. Ein Weg zurück zur Freiheit. Es lohnt sich so, so sehr.