Ich lasse nett und unecht sein, um geliebt zu werden, los

 

Intimität ist simpel und macht dein Liebes - und Sexleben aussergewöhnlich erfüllend und befriedigend. Wieso geben sich also die meisten Menschen mit weniger zufrieden als möglich wäre? Warum haben Liebe und Sex, dieses Abfalldatum, dann wenn sich Selbstverständlichkeit und Langeweile einschleichen?

Der Grund ist, dass wir unser Beziehungsverhalten von Menschen lernen, die selber darüber nicht Bescheid wussten.

 

Blicke kurz zurück und hol dir Erinnerungen in die Gegenwart, wie sich deine Mutter und dein Vater verhielten.

  • Wie gestalteten sie ihre Beziehung (wenn überhaupt)?
  • Was war gegeben, rollenspezifisch und auch für sie nur anerlerntes typisch Mann bzw. Frau - Verhalten?
  • Wie haben sie sich dabei Gefühlt? Wie war die Stimmung zwischen ihnen und zu Hause?
  • Was hast du über Liebe, Sex und Intimität gelernt?
  • Welche Botschaften begonnen zu glauben?
  • Welche Überzeugungen übernommen?
  • Welche Verhaltensweisen und Gefühle hast du übernommen?
  • Nach wessen Liebe und Anerkennung hast du dich am meisten gesehnt?

Frauen wurden konditioniert, nett, abwartend, passiv zu sein, um das Wohlwollen, die Bestätigung, Sicherheit und Liebe des Mannes zu bekommen. Nett lächelnd, nickend und überaus empathisch, grosszügig und die eigenen Bedürfnisse beschwichtigend, haben sie gelernt, sich die Gunst der Mannes zu sichern.

 

Männer haben gelernt sich zu nehmen was sie wollen. Ungeachtet dessen, welche Signale die Frau aussendet. Daraus entstand eine Ich - Zentriertheit, geschmückt mit der Hauptfrage: "Was habe ich davon, wenn ich mich auf diese Frau/Beziehung einlasse?" Sie haben gelernt von sich aus zu gehen und von sich zu sprechen.

 

Damit Intimität und sexuelle Erfüllung gelingen, MÜSSEN beide Geschlechter diese alten Rollenbilder revidieren und dazu lernen. Also, nur die, die wirklich wollen.

 

Wenn Frauen nett und unecht sind, verdrängen sie ihre wahren Gefühle und Bedürfnisse. Das führt dazu, dass sie unzufrieden und unerfüllt sind und ihrem Ärger mit Drama, Probleme kreieren und diskutieren, Lustlosigkeit, Sexentzug und vieles mehr Raum verschaffen.

 

Männer merken jetzt, dass ihr Verhalten, welches bis anhin "männlich und legitim" war, wohl doch nicht so anbracht war. Verunsicherung, Vorsicht und Ärger brodelt auch da im innersten Kern der männlichen Seele.

 


Bewusstsein ist der erste Schritt

Welches sind nun neue Verhaltensweisen, die gelernt werden können?

 

Als erstes muss ich klar stellen, dass niemand wirklich freiwillig gerne lernt. Ausser, wir haben einen triftigen Grund. Ein WARUM, welches uns ganz tief im Inneren motiviert Neues dazu lernen zu WOLLEN.

 

Frage dich also,

  • warum könnte für dich eine Veränderung in der Art und Weise wie du Beziehungen und Sex lebst und geniesset von Nutzen sein?
  • Was wäre durch diese Veränderung für dich dann möglich? Wer könntest du dadurch sein? Wie würde sich deine sexuelle Erfahrungen und deine Beziehungen dadurch verändern?

3 Tipps für Frauen und Männer

  1. Der erste wichtige Lernprozess ist Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu kultivieren: Wenn wir noch mit alten Verletzungen aus der Kindheit oder letzten Beziehung unbewusst beschäftigt sind, sehen wir unser Gegenüber durch die Brille der Vergangenheit. Dabei verlieren wir viel Kraft, das Unerlöste zu unterdrücken, bis es dann irgendwann zerstörerisch die Beziehung sabotiert. Innerlich frei zu sein und sich ganz in die sinnliche Erfahrung einzulassen, hinzugeben und die eigenen und die Bedürfnisse unseres Gegenübers wirklich wahrzunehmen, braucht Persönlichkeitsentwickling. Das heisst, zuerst müssen wir das Alte klären und aus dem System lösen.

  2. Frauen gebe ich den Tipp ihre Aufmerksamkeit zurück in ihren Körper zu nehmen. Die Konditionierung anderen gefallen zu wollen, nett aber unecht zu sein, sitzt so tief, dass sie sich durchaus wagen können, den Pendel auf die andere Seite schwingen zu lassen und über mehrer Monate oder Jahre GUT, nein SUPERGUT für sich zu sorgen. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünsche und dem ureigenen sexuellen Ausdruck und sich gut zu "nähren". Dann auch das Lernen NEIN zu sagen, ohne Rechtfertigung und Schuldgefühle und die Freiheit zu WÄHLEN was ihnen wirklich gut tut.

  3. Für Männer gilt es zu lernen den 'Aufmerksamkeitsmuskel' zu trainieren. Das geht am besten mit Meditation und Aufmerksamkeitsübungen, Heilung der eigenen Emotionalität/Gefühlswelt und Mutterwunde. Auch begleite ich Männer darin, die eigenen Weichheit wieder zu spüren und anzunehmen, Transformation der Angst zu weich/ kein richtiger Mann zu sein, lernen die Signale des Gegenübers RICHTIG deuten zu können und eine gesunde Aggression/Präsenz (wieder) zu entwickeln, wenn es darum geht der Partnerin ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit zu geben.

 

Warum solltest du dich diesen Erfahrung aussetzen wollen und dir dies Mühe geben? Könntest du es nicht einfach dabei belassen in Langeweile, Betrug, Kritik und Unerfülltsein auszuharren?

 

  • Überlege dir für einen Moment wie sehr du auf einer Skala von 0 bis 10 diese Veränderung wirklich willst?
  • Willst du sie überhaupt?
  • Und wenn du bei einer 1, 2 oder 3 bist, warum ist die Zahl nicht kleiner ausgefallen? Warum ist doch ein klein wenig Motivation da? Mit anderen Worten, es gibt einen Grund warum du dich überhaupt für diese Themen interessierst und diesen Text bis zum Schluss gelesen hast.
  • Wonach sehnst du dich?
  • Wenn du ein VOLLES JA für Intimität und sexuelle Erfüllung spürst, was wäre dein nächster Schritt? Lass darüber reden.

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