Über die Heimkehr und Pflege unserer weiblichen Seele

ÜBER DIE HEIMKEHR UND PFLEGE UNSERER WEIBLICHEN SEELE
ÜBER DIE HEIMKEHR UND PFLEGE UNSERER WEIBLICHEN SEELE

 

Das Märchen Seehundfell, Seelenhaut im Buch " Die Wolfsfrau,  die Kraft der weiblichen Urinstinkte", von Clarissa Pinkola Estés hat mich inspiriert diesen Artikel zu schreiben. Ein Werk gespickt mit wertvollen Hinweisen für ein Leben mit mehr Tiefe, Sein und Kraft. In diesem Märchen wird beschrieben wie wichtig es ist, sich Zeit und Raum zu nehmen, um die eigene Seelenhaut, wie sie es nennt, zu pflegen und was für Gründe und Überzeugungen uns davon abhalten uns qualitative Zeit für uns selbst zu nehmen.

 

Zu lange verweilen

 

Die Heimkehr zur eigenen Seele wird zu Lebensnotwendigkeit, wenn man sich lange in weltlichen Angelegenheiten verstrickt hat, ohne zwischendurch periodisch nach Hause zu gehen. Frauen wissen sehr genau, wann sie ihrem Ruf der Seele folgen müssen. Sie lechzen danach länger in ihre eigenen Tiefen einzutauchen. Sie wollen zu Grunde gehen, ja auf den Grund ihrer Seele gehen, um aufzutanken und Seelennahrung holen. Solange sie dies nicht verstanden haben, sind sie rastlos, von einer vagen Trauer umgeben, von einer unbestimmbaren Angst und Verlassenheit geplagt, wehmütig und in einem „sich-nicht-mehr-wohl-fühlen-in-seiner-haut“ Zustand.

 

Was bedeutet das, zu lange an der Oberfläche verweilen?

  • Wenn eine Frau sich zu lange an der OBERWELT ORIENTIERT und ihre Seele austrocknet
  • Wenn eine Frau von ihrer seelischen Heimat zu lange fernbleibt vertrocknet ihre Wahrnehmung der eigenen Gefühlsbotschaften
  • Sie verschiebt ihre Lebendigkeit auf später: Dann, wenn die Kinder in der Schule sind… dann, im nächsten Frühling… dann, wenn ich dies erledigt habe…im Winter ist eh alles stillgelegt, dann…

Doch die eigenen und die fremden Versprechen und Vorsätze werden oft gebrochen.


 Es gibt eine Leiter

die Leiter ist immer da

unschuldig hängt sie

an der Seite des Schoners herab

Ich steige in die tiefen, um das Wrack zu untersuchen

Um zu sehen, wieviel Schaden angerichtet wurde

um die Schätze zu finden,

die immer erhalten bleiben


"Ja,ja,ja….ich weiss, ich müsste…aber,aber,aber…."

 

Diese ABER sind eindeutige Zeichen, dass sie sich schon zu lange an der oberflächlichen Welt orientiert haben. Vielerlei Gründe gibt es, warum Frauen das eintauchen vermeiden. Viele sind es sich nicht gewohnt das Steuerrad im Heim und Herd jemandem zu überlassen. Sie sagen die berühmte Kinderlitanei auf: “ aber meine Kinder (Garten, Haus,....was auch immer) brauchen mich, sie brauchen dies und jenes. Damit geben sie weiter, wie man die eigenen Bedürfnisse opfert und an der Oberfläche weilt. Eine Frau beeinflusst sich und ihr Umwelt, wenn sie regelmässig in die Tiefe geht. Sie sorgt für die eigene und die Tiefe ihrer Liebsten zu gleich und ist somit ein Segen.

 

Heimkehr? Wie soll das gehen?

 

Diese Heimkehr kann sehr unterschiedlich sein und für jede Frau etwas anderes bedeuten. Die Heimkehr kostet kein Geld, aber Zeit und Willen.  "Also meine Lieben, ich verabschiede mich jetzt, aber ich komme wieder!"

 

Das kann sein:

  • bestimmte Passagen eines Buches lesen
  • ein paar Minuten am Fluss sein
  • auf der Wiese liegen und die Wolken betrachten
  • Stricken
  • Malen
  • Kartoffeln schälen
  • Die Katze streicheln
  • Meditieren
  • Beten

 Was ist es bei dir?

Das Urbild der grossen Heilerin

Der Widerstand gegen die Heimkehr, der Frauen immer wieder verführt an an der Oberfläche zu bleiben, ist der Archetypus der Heilerin. Das Urbild der grossen Heilerin beinhaltet

  • Weisheit
  • Güte
  • Nächstenliebe
  • Grössmütigkeit
  • Hilfsbereitschaft

 

Doch nur bis zu einem gewissen Grad. Es kann die Frauen auch in ihrer Weiterentwicklung hindern. "Heile, heile Segen", ich mache alles wieder gut...

 

Das Immer-alles- in-Ordnung-bringen-Zwangsverhalten ist eine gigantische Falle, durch den massiven Druck der Kultur, dass Frauen beweisen müssen, ob sie zu irgendetwas nütze sind, ausser dekorativ herumzustehen. Wir können uns wirklich nur auf Dinge einlassen, die uns erlauben in regelmässigen Abständen heimzukehren, weil sonst die Lichter ausgehen. Für uns sind die Identifikation mit solchen Projektionen eine Falle, den sie sind Ideale, die kein Mensch erfüllen kann.

 

Wenn es Zeit wird, in die Tiefen zu steigen, gibt es keine Ausreden mehr. Selbst wenn man sich nicht vorbereitet fühlt, selbst wenn alles mögliche unerledigt bleibt, muss die Leiter hinabgeklettert werden, um eintauchen zu können. Wer nie nach Hause geht, verurteilt sich zu einem Dasein als Zombie, als wandelnde, nach aussen hin manchmal sogar trügerisch funktionsfähige Tote. "Lass mich in Ruhe- no me molestes!", heisst es dann ab und zu.

 

Und dann...

 

Zurück an der Oberfläche, im Alltag, bleibt die Brücke zu unserem Seelenheil und die damit verbundene Wärme. In der Heimkehrzeit holen wir unsere Werkzeuge, Farben und Symbole ins Bewusstsein und im Alltag sind es genau diese Werkzeuge, die die Verbindung zu unserem tieferen Sein, uns nicht mehr von uns selber abtrenne lassen. Die Klarheit und Bestimmtheit mit welcher wir die unnützlichen und überflüssigen Dinge im Alltag abschneiden und verwerfen, gleicht einem Akt der Liebe.

In meiner Arbeit ist es genau diese Qualität die ich anstrebe.

  • Ich arbeite mit Frauen, die einsehen, dass sie sich in regelmässigen Abständen aus allem Tun und Erfüllen zurücknehmen müssen, um die eigene Seele zu pflegen.
  • Ich arbeite mit Frauen, die wollen! Die tiefer fühlen wollen, lustvoll, verspielt und kreativ.
  • Ich arbeite mit Frauen die Märchen, Meditation, Innenschau, Erzählen und einfach Sein lieben.
  • Ich arbeite mit Frauen, die die Ausreden erkennen, doch deren Seelenruf lauter ist, als die Bemühung in der Oberwelt zu funktionieren

Lass dich regelmässig informieren und inspirieren und trage dich hier ein:

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